TAMOXIFEN — Tipps und Erfahrungen

Jeden Abend gibt es bei mir eine Tamoxifen Tablette. Und das noch ein paar Jahre. In meinem Beitrag gebe ich Dir praktische Tipps und berichte von meinen Erfahrungen mit Tamoxifen.

Meine praktischen Tipps und Erfahrungen zu Tamoxifen

Meine prak­tis­chen Tipps und Erfahrun­gen zu Tamoxifen

Liebe Herzwiesefreundin, lieber Herzwiesefreund,

vielle­icht steckst Du ger­ade mit­ten in der Primärther­a­pie dein­er Brustkreb­serkrankung. Da drehen sich die Gedanken um eine Chemother­a­pie, Oper­a­tion oder Bestrahlun­gen. Wenn Du einen hor­mon­ab­hängi­gen Brustkrebs hast, wird dabei meis­tens die Ein­nahme von Tamox­ifen emp­fohlen. Als ich die Diag­nose Brustkrebs bekam dachte ich nicht daran, dass ich so etwas jahre­lang ein­nehmen sollte. Woher auch, ich hat­te keine Ahnung, dass das meis­tens dazu gehört. Auch heute noch wun­dern sich Fre­unde und Men­schen, denen ich davon berichte, dass ich noch viele Jahre ein Anti-Krebs-Medika­ment ein­nehmen muss. Die meis­ten  Men­schen gehen davon aus, dass    nach der Primärther­a­pie, also Chemo, Bestrahlung, OP das The­ma durch ist. Nur lei­der ist dem nicht so.

Ich hatte eine Tamoxifen Blockade

Ich war eine brave Pati­entin. Was die Ärzte mir in dieser Zeit der Brustkrebs Diag­nose ger­at­en haben, habe ich gemacht. Nun ja, nicht ganz, aber das ist ein anderes The­ma. Es hat mit Chemo und dem Onco­type Test zu tun. Kurz vor Ende der Bestrahlun­gen hieß es dann: so nun bekom­men Sie ein Rezept für Tamox­ifen. Das nehmen Sie dann bitte direkt nach dem let­zten Tag der Bestrahlung. Nun ja, die Pack­ung hat­te ich mir in der Apotheke besorgt. Eines Abends habe ich mir den Beipackzettel durchge­le­sen. Ob das wirk­lich vernün­ftig war, weiß ich bis heute nicht so recht. Was ich da an Neben­wirkun­gen las, war wie in ein­er Achter­bahn zu sitzen und ständig steil bergab zu fahren und sich dabei völ­lig unwohl zu fühlen. Oh Mann, dachte ich —  das soll ich jet­zt min­destens fünf bis zehn Jahre ein­nehmen? Der Tag der let­zten Bestrahlung rück­te näher. Ich war so unendlich glück­lich, diese Proze­dur geschafft zu haben. Und jet­zt? Ich kon­nte Tamox­ifen nicht nehmen und hat­te eine regel­rechte Tamox­ifen Block­ade. Diese sollte mehrere Wochen anhalten…

Wenn Du nicht direkt mit Tamox­ifen starten kannst, soll­test Du dir etwas Zeit dafür lassen.

Kurz bevor ich mit dem Tamoxifen angefangen habe, fand ich in der Reha dieses Plakat. Es hat mich motiviert.

Kurz bevor ich mit dem Tamox­ifen ange­fan­gen habe, fand ich in der Reha dieses Plakat. Es hat mich motiviert.

Wie ich die Angst vor Tamoxifen verlor 

Es ging zur Reha, in die Paracel­sus Klinik ins All­gäu, genau genom­men nach Schei­degg. Das Tamox­ifen hat­te ich im Gepäck und immer noch nicht genom­men. Meine Frauenärztin wusste davon und sagte, dass ich mir bis zur Reha Zeit nehmen sollte. Es war kein Prob­lem erst ein paar Wochen nach der Bestrahlung damit anz­u­fan­gen. Puh, das hat­te mich schon ein­mal beruhigt. Während meines Auf­nah­mege­sprächs in Schei­degg habe ich mein­er Ärztin davon berichtet. Sie hat mir vorgeschla­gen es ein­fach zu nehmen, wenn ich bere­it dazu bin. In der Rehak­linik habe ich direkt ein paar sehr nette Frauen ken­nen­gel­ernt, die natür­lich das gle­iche Schick­sal wie ich hat­ten. Mit dem Unter­schied, dass sie Tamox­ifen schon teil­weise ein paar Wochen oder Monate ein­nah­men. Wir haben oft darüber gesprochen, was das Tamox­ifen denn nun bei jedem einzel­nen für Auswirkun­gen hat. Bei den meis­ten waren es auf jeden Fall Hitze­wal­lun­gen. Und das haben wir ein­fach mit Humor gese­hen. Mit der Zeit wurde mir das The­ma immer ver­trauter und ich ver­lor so langsam aber sich­er meine Tamox­ifen Blockade.

Tamoxifen Meine TIpps und Erfahrungen

Tamox­ifen Meine Tipps und Erfahrungen

Ein Tag ohne Tamoxifen — heute undenkbar

Nun waren die Bestrahlun­gen sechs Wochen her. Die Reha verg­ing und ich hat­te immer noch nicht mit dem Tamox­ifen ange­fan­gen. Es nahte der vor­let­zte Abend, bevor es wieder nach Hause ging. Vor­ab hat­te ich mir über­legt Tamox­ifen abends zu nehmen. Ich saß auf meinem Bett in der Reha. Der grüne Blis­ter mit den Tamox­ifen Tablet­ten in mein­er Hand. Trä­nen liefen mir übers Gesicht. Ich dachte, dass ich mich nun vom nor­malen Leben ver­ab­schieden muss. Ab mor­gen werde ich schla­gar­tig in den Wech­sel­jahren sein, Punkt. Dabei hat­te ich Hor­ror­vorstel­lun­gen, dass alle neg­a­tiv­en Dinge, die man zu den Wech­sel­jahren so liest, nun auf mich zukom­men. Ich musste dadurch, komme was wolle. Und auf ein­mal wusste ich, dass ich es schaf­fen werde. Nun nehme ich Tamox­ifen schon über drei Jahre.  Also ich bin ehrlich, ganz ohne Neben­wirkun­gen ist das alles natür­lich auch nicht. Aber sie hal­ten sich in Gren­zen. Außer­dem ver­suche ich immer das Beste daraus zu machen. Auch das gelingt mal bess­er und mal schlechter. Wenn ich heute daran zurück­denke, habe ich mir viel zu viele neg­a­tive Gedanken gemacht. Heute ist es für mich undenkbar kein Tamox­ifen zu nehmen. Was ich von den Frauen in der Reha gel­ernt habe ist, dass sie Tamox­ifen als ihren Schutz vor Krebs ansehen.

Auch Du schaffst das

Es ist also wichtig, das ganze Unter­fan­gen mit Tamox­ifen pos­i­tiv anzuge­hen. Deshalb möchte ich Dich liebe Herzwiese­fre­undin unbe­d­ingt dazu motivieren dabei zu bleiben. Oder über­haupt erst anz­u­fan­gen.  Weil Tamox­ifen eine wirk­same Hil­fe gegen Krebs bieten kann. Du schaffst das! So wie ich das auch geschafft habe. Hast Du Lust auf weit­ere prak­tis­che Tipps und Erfahrun­gen zum The­ma Brustkrebs und Frauenge­sund­heit? Oder wie wäre es mit leck­eren und gesun­den Rezepten? Dann schau Dich hier auf mein­er Herzwiese um.

Heute bin ich stolz auf mich, dass ich schon ein paar Jahre mit Tamoxifen geschafft habe.

Heute bin ich stolz auf mich, dass ich schon ein paar Jahre mit Tamox­ifen geschafft habe.

 

Danke sagen möchte ich Susanne, Heike, Anke und Car­men. Sie waren mit mir in der Reha und haben mich motiviert Tamox­ifen einzunehmen.

Ich freue mich über deinen Kom­men­tar zu meinen Tipps und Erfahrun­gen mit Tamox­ifen. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

 

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2 Kommentare

  1. Avatar
    Karin
    7. Oktober 2020 / 12:25

    Liebe Schwest­er im Herzen,
    mir ging es ähn­lich. Ich hat­te Angst vor Tamox­ifen, aber noch mehr Panik nochmals zu erkranken.
    Ich habe sofort nach den Bestrahlun­gen damit ange­fan­gen. Das 1. Jahr war so mit­tel­prächtig, aber mit­tler­weile im 3. Jahr ist alles (bis auf ein paar Hitze­flash­es) ok. Nehme einige Nahrungsergänzungsmit­tel, wie Coen­zym, Vit­a­min D, B12, Augenkapseln (da extrem trock­ene Augen) und Mag­ne­sium. Läuft.….

    Alles Liebe und danke für deine tolle Seite!
    Liebe Grüße aus Augsburg,
    Karin

    • Kirsten
      Kirsten
      Autor
      10. Oktober 2020 / 12:26

      Liebe Karin, ganz lieben Dank für Deinen net­ten Kom­men­tar. Darüber habe ich mich wirk­lich sehr gefreut. Ja, Tamox­ifen ist immer wieder eine Her­aus­forderung. Und es ist lei­der nicht damit getan, es ein­fach zu schluck­en. Damit Neben­wirkun­gen erträglich bleiben ist Sport und gesun­des Leben immens wichtig. Also diese Erfahrung habe ich gemacht. Dazu find­est Du auch einen Beitrag hier auf der Herzwiese zum The­ma Sport und Brustkrebs. In Kürze gibt es Neues zu Tamox­ifen hier auf mein­er Seite, es geht um prak­tis­che Tipps dazu. Bleib gesund und guter Dinge. Her­zliche Grüße sendet Dir Kirsten von der Herzwiese.

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