Herzwiese Kirsten trifft Nicole Staudinger — das Interview

Herzwiese Kirsten trifft Nicole Staudinger

Herzwiese Kirsten trifft Nicole Staudinger: Ein wun­der­bares Inter­view über Glück, zu viel Kilos und Sport. ***

Das erste Mal begegnete ich Nicole Staudinger auf einem Patiententag zum Thema Brustkrebs 2017 in Köln. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir beide unsere Krebsdiagnose hinter uns. Nicole schon etwas länger als ich. Mit den Jahren sind nicht nur Ihre Haare wieder gewachsen, sondern sie hat über 30 Kilo abgenommen. Das finde ich eine unglaublich tolle Leistung. Denn Nicole muss, wie auch ich und Millionen von Frauen weltweit, Tamoxifen einnehmen. Eine wichtige Prophylaxe gegen erneuten Krebs.

Beim Lesen muss ich öfter schmunzeln

Mit­tler­weile haben wir uns schon öfter getrof­fen, sei es bei ein­er Ver­anstal­tung mit ihr oder auf ihrer Tour. Allerd­ings war das vor Coro­na Zeit­en, als das noch per­sön­lich möglich war. Aber das kommt ja wieder. Wie sie es geschafft hat, sich von ihren Kilos zu ver­ab­schieden wollte ich von ihr wis­sen. Ihre Erfahrun­gen hat sie für ihr Buch „Ich nehm schon zu, wenn andere essen“, aufgeschrieben. Beim Lesen musste ich öfter schmun­zeln. Viele Begeben­heit­en kamen mir bekan­nt vor.

Nicole Staudinger und Herzweise Kirsten

Back­stage kurz vor Nicoles Auf­tak­t­show zum Pro­gramm: “Ich nehm schon zu wenn andere essen”, im Köl­ner Glo­ria. Toll war’s.

Von jetzt auf Glück 

Mit­tler­weile hat Nicole wieder ein neues Buch am Start, in dem es ums Glück geht. Es hat den schö­nen Titel: Von jet­zt auf Glück. Nun aber genug der Worte. In unserem Inter­view geht es ums gesunde Leben, Sport trotz Schwein­hund, Tamox­ifen, Tram­polin sprin­gen, Wech­sel­jahre und natür­lich das Glück.

Ich wünsche Dir viel Vergnügen mit meinem Interview: Herzwiese Kirsten trifft die Bestseller-Autorin Nicole Staudinger. 

Herzwiese Kirsten: Nicole, Du hast 30 Kilo abgenommen. Wie kam es dazu? 

Nicole Staudinger: Schlicht und ergreifend ich war zu dick. Ich habe mit dem lei­di­gen The­ma schon mein ganzes Leben lang zu kämpfen und war im Grunde genom­men auf Dauerdiät. Nur lei­der auf Dauer ohne Erfolg. Außer­dem habe ich mich so richtig unwohl in mein­er Haut gefühlt. Allerd­ings ist es nicht so, dass ich schon zugenom­men habe, wenn es für mein Umfeld  etwas zum Essen gab. Größ­ten­teils haben wir es näm­lich selb­st in der Hand, ob wir rund bleiben oder etwas daran ändern. Und ehrlich gesagt ist es ja auch so schön ein­fach und bequem es auf die Drüsen, schwere Knochen oder die Wech­sel­jahre zu schieben.

Nicoles Buch über ihre Erfahrungen mit Diäten, Sport und Misserfolgen - sehr lesenswert.

Nicoles Buch über ihre Erfahrun­gen mit Diäten, Sport und Mis­ser­fol­gen — sehr lesenswert. ***

Herzwiese Kirsten: Wenn Du an deine Anfänge denkst, hattest Du vor so viele Kilos zu verlieren? 

Nicole Staudinger: Ich wollte am Anfang ein­fach nur meine Diäter­fahrun­gen auf­schreiben. Während ich mich dabei mit dem The­ma und natür­lich auch mit meinem eige­nen Ver­hal­ten dazu beschäftigt habe, merk­te ich, dass es nur an mir ganz allein lag. Ich habe oft einen Schuldigen für meine vie­len Kilos gesucht.  Klar ist es durch meine Krebs-Vorgeschichte, die Ein­nahme von Tamox­ifen und den damit ver­bun­de­nen Neben­wirkun­gen wie zum Beispiel die Wech­sel­jahre, etwas schw­er­er. Den­noch bin ich der beste Beweis dafür, dass Frau es auch trotz schwieriger Umstände schaf­fen kann. Ich hat­te auch keinen Plan, also in bes­timmter Zeit eine bes­timmte Menge abzunehmen. Ich habe es ein­fach langsamer ange­hen lassen. Toll ist doch, dass es mit Selb­st­bes­timmtheit zu tun hat. Ich ganz allein entschei­de: pack ich es an oder lass ich es.

Herzwiese Kirsten: Was hast Du in deinem Leben verändert, dass es dann endlich geklappt hat? 

Nicole Staudinger: Kurz und knack­ig: weniger essen und mehr bewe­gen. Klingt unsexy, ist aber mein Erfol­gsrezept. So schön und ein­fach es wäre, es gibt lei­der keine Boost­er, die das Abnehmen für einen erledi­gen. Man muss da schon selb­st ran. Ganz wichtig ist mir dabei, dass ich mich nicht gestresst habe. Denn das macht unzufrieden. Unzufrieden­heit ist Gift für erfol­gre­ich­es Abnehmen. Wenn man sich selb­st per­ma­nent unter Druck set­zt, klappt es nicht. Ich habe gel­ernt meine Zufrieden­heit nicht mehr über den Mund, sprich übers Essen zu stillen. Außer­dem habe ich das The­ma Hunger für mich noch ein­mal neu über­dacht. Es war mir wichtig, das Gefühl Hunger neu zu ent­deck­en. Was macht es mit mir und ist es tat­säch­lich so unan­genehm wie es immer heißt? Oder kann ich den Hunger ein­fach mal kom­men lassen?

Heute macht mir Sport richtig Spaß und tut mir gut.

Heute macht mir Sport richtig Spaß und tut mir gut. ***

Herzwiese Kirsten: Wie sieht ein normaler Tag in deinem Leben heute aus? 

Nicole Staudinger: Wenn ich zu Hause bin gehört eine Stunde Sport jeden Mor­gen dazu. Wenn ich auf Tour im Hotel bin, gehe ich ins Fit­ness Stu­dio. Dann gibt es Früh­stück und ein selb­st gekocht­es Mit­tagessen. Habe ich einen Auftritt, gibt es nichts mehr. Das heißt jet­zt nicht, dass ich auf alles verzichte. Aber ich lebe schon bewusster. Ich esse heute gar nichts mehr zwis­chen­durch. Das habe ich kom­plett abgelegt. Und es fehlt mir auch nicht. Es ist im Grunde alles eine Sache der Gewohnheit.

Herzwiese Kirsten: Hast Du Tipps, wenn es mal nicht so gut läuft oder Rückschläge kommen? 

Nicole Staudinger: Mir hat es geholfen, dass ich mich nicht ständig gewogen habe. Das hätte mich nur unnötig unter Druck geset­zt. Ich habe mich ab und an auf die Waage gestellt, wenn ich das Gefühl hat­te abgenom­men zu haben. Und dann wollte ich ein­fach mal sehen, ob es auch so war. Und wenn es Sit­u­a­tio­nen gab und auch heute noch gibt, wo ich mehr esse als geplant, dann mache ich in den näch­sten Tagen mit Voll­gas weit­er. Es ist also kein Grund dann alles über Bord zu schmeißen und zu kapit­ulieren. Meine Gradmess­er sind heute mein Bauchge­fühl, meine Klei­dung und mein Spiegel, nicht die Waage.

Trampolin springen macht wirklich glücklich.

Da schlägt das Herz von Nicole und auch mir höher. Denn Tram­polin sprin­gen macht wirk­lich glück­lich, erzählt sie im Interview.

Herzwiese Kirsten: Du magst Trampolin springen, so wie ich auch. Warum machst Du das so gerne? 

Nicole Staudinger: Wenn ich Tram­polin springe, set­zt das Glück­shormone bei mir frei. Allerd­ings ist mir Abwech­slung beim Train­ing wichtig. Deshalb mache ich ein hoch inten­sives Inter­vall­train­ing. Das ist ganz schön anstren­gend und schweißtreibend. Und Joggen gehe ich auch regelmäßig. Ich war früher ein Sport­muf­fel und heute gehört es für mich ein­fach zum Leben mit dazu. Auch wenn ich ab und an keine Lust habe und der innere Schweine­hund sich meldet. Ich mache es ein­fach. Das ist auch ein wichtiger Fak­tor. Nicht drüber nach­denken, ein­fach machen. Und schon ist man mit­ten­drin und die Zeit geht vor­bei. Außer­dem macht mich der regelmäßige Sport glück­lich und tut mir sehr gut.

Obst und Gemüse

Im Inter­view mit der Herzweise erzählt Nicole Staudinger, dass sie regelmäßig frisch kocht und auf eine gesunde Ernährung achtet.

Herzwiese Kirsten: Viele wissen, dass sie dringend abnehmen müssten. Was rätst Du zum Beispiel Frauen in den Wechseljahren oder unter Tamoxifen-Therapie damit es im Kopf klick macht? 

Nicole Staudinger: Zunächst ein­mal würde ich mich fra­gen, ob der Kör­p­er, also mein Haus, in dem ich lebe, so ist wie ich es mir vorstelle. Oder gibt es Dinge die verbesserungswürdig sind? Welche Bedeu­tung hat Essen für mich? Bin ich ein Frustess­er? Was hil­ft mir außer Essen? Denn wenn Hunger nicht das Prob­lem ist, ist Essen nicht die Lösung. Ein weit­er­er Schritt ist ehrlich zu über­legen, warum man wirk­lich abnehmen möchte. Wichtig ist es aber auch sich darüber zu informieren, was gesun­des Essen eigentlich ist. Und selb­st zu Kochen hil­ft unge­mein. Außer­dem sollte man unbe­d­ingt nett zu sich selb­st sein und nicht ständig so streng und hart mit sich ins Gericht gehen.

Herzwiese Kirsten: In deinem neuen Buch dreht sich alles ums Thema Glück. Worum geht es denn beim Glück hier ganz genau?

Nicole Staudinger: Das muss natür­lich Jede und Jed­er für sich selb­st entschei­den. Für mich ist es, und ich habe es lange gedreht und gewen­det, aber es kam immer wieder beim gle­ichen Ergeb­nis raus: Das Heute — falsch, das Jetzt.

Nicoles Motto stimme ich voll und ganz zu: Im JETZT zu leben.

Nicoles Mot­to stimme ich voll und ganz zu: Im JETZT zu leben. Eines mein­er lieb­sten T‑Shirts.

Herzwiese Kirsten: Nicole, Du bist ja nicht nur Bestseller Autorin, sondern hast auch eine Akademie. Was bietest Du hier an und worum geht es da genau? 

Nicole Staudinger: Also erst ein­mal muss ich sagen, Frauen grün­den anders, weil sie auch anders grün­den müssen. Ich habe das während des Lock­downs selb­st gemerkt. Meine Lesereise wurde unter­brochen und täglich stornierten Unternehmen Coach­ings. Geholfen hat mir mein Net­zw­erk, das füreinan­der mit­denkt. Und so wurde aus mein­er Spar­ringspart­ner­in Angela, meine Sis­ter in Crime und zwei Wochen später stand die Idee: Akademe – alles, was Frauen stark macht. Strenggenom­men, war es schon mehr als eine Idee. Es war ein fer­tiges Konzept mit allem Drum und Dran. Inklu­sive Fehlern. Die bügeln wir im Tun aus. Aber während­dessen kann man oder Frau ja schon was tun. Die Akademe https://akademe-staudinger.de * hat mich finanziell bes­timmt nicht aus der Krise gerettet, aber sie brachte meine Selb­st­wirk­samkeit zurück. Und heute, ein paar Monate später, trainiere ich mehr, als ich das je für möglich gehal­ten hätte. Ich biete meine Schlagfertigkeits‑, Resilienz- und Glückssem­inare für Frauen online an und habe mein Ange­bot als exk­lu­sive Busi­ness Trainer­in erweit­ert. Und so schwappt die Selb­st­wirk­samkeit auch auf meine Teil­nehmerin­nen über. Mit Glück vielle­icht auch mal in live. Irgendwann.

 Herzwiese Kirsten: Welche drei Dinge machen Dich beson­ders glücklich? 

Nicole Staudinger: Für mich ist die Basis mor­gens angst- und schmerzfrei aufzuwachen und zwei gesunde Kinder in die Arme zu schließen. Das ist schon­mal der Jack­pot. Und der Rest schwankt: Es ist fast immer der Wald, der mich glück­lich macht. Oder auch gute Gespräche. Und manch­mal ist es auch was ganz Banales. Ich habe mir zum Beispiel ger­ade neue Schuhe online gegön­nt. Und ja — Asche auf mein Haupt: Die machen mich auch glücklich!

Liebe Nicole, es war mir eine große Freude mit Dir zu plaudern. 

Ich hoffe Dir hat unser Inter­view gefall­en und Du kon­ntest für Dich ein paar Impulse mit­nehmen. Hier auf mein­er Herzwiese find­est Du noch viele hil­fre­iche Tipps und Beiträge rund um ein entspan­nt-gesun­des Leben. Aber auch rund ums The­ma Frauenge­sund­heit. Zum Beispiel meine Tipps und Erfahrun­gen zum The­ma Tamox­ifen und Sport. 

Ich freue mich über einen Kommentar von Dir hier unter dem Beitrag. Wunderbare Grüße von  Kirsten von der Herzwiese.

*unbezahlte Wer­bung

Fotos: **herzwiese24 Kirsten Met­ter­nich von Wolff  &  ***Nicole Staudinger, www.nicolestaudinger.de/presse/

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