Antihormontherapie – aufhören oder weitermachen?

Es gibt Tage, da ist die Antihormontherapie einfach kaum auszuhalten. Dann stellt sich mir die Frage: aufhören oder weitermachen?

Es gibt Tage, da ist die Anti­hor­mon­ther­a­pie ein­fach kaum auszuhal­ten. Dann stellt sich mir die Frage: aufhören oder weitermachen?

Heute ist wieder ein­er der ver­dammten Tage, die ich kaum ertrage und mich ständig sel­ber frage warum…heißt es im Song „Sie ist weg“ von den Fan­tastis­chen Vier.

Antihormontherapie – aufhören oder weitermachen?

Tja, was soll ich sagen, so geht es mir heute auch. Sch…. Krebs denke ich mir und heute ist an allen Eck­en und Enden ein­fach der Wurm drin. In solchen Momenten frage ich mich dann, ob sich der ganze Aufwand mit Tamox­ifen und Aro­matase­hem­mern wirk­lich lohnt. Denn es ist ein langer Weg, der da vor einem liegt und es ist nicht immer ein Spazier­gang. Geht es Dir auch ab und zu so? Glück­wun­sch, dann sind wir schon zu zweit. Ich weiß ich weiß, eine Anti­hor­mon­ther­a­pie nach Brustkrebs hat ihren Sinn. Und nor­maler­weise komme ich damit gut klar. Nor­maler­weise. Den­noch ist heute ein Tag, an dem ich ern­sthaft über­lege, ob ich mit der Anti­hor­mon­ther­a­pie aufhören oder doch weit­er­ma­chen soll…

Ein Tag mit Antihormontherapie: Mit dem linken Bein aufgestanden

Lady Gaga weckt mich mit ihrem Song „Baby­lon“ am Mor­gen, was ich nor­maler­weise gerne mag. Doch schon beim Wach­w­er­den merke ich, dass ich mich nicht so gut füh­le. Ziem­lich steif quäle ich mich aus dem Bett. Seit einem Monat nehme ich nun, statt Tamox­ifen, einen Aro­matase­hem­mer. Seit­dem mache ich als erstes am Mor­gen zehn ste­hende Burpees teils mit und teils ohne dabei zu sprin­gen. So ist mein Kreis­lauf auf Tour und ich füh­le mich nicht mehr ganz so steif. Mein Hund ste­ht dann immer vor mir und hüpft fröh­lich mit. Das allein ist schon zu schön anzuse­hen. Doch irgend­wie will meine Laune heute noch nicht so richtig aus ihrem Ver­steck. Ich füh­le mich, als ob ich mit dem linken Bein aufge­s­tanden bin. An solchen Tagen ziehe ich immer Klei­dung an, in der ich mich beson­ders wohlfüh­le und gut gefalle. Denn beim Blick in den Spiegel kann das zu besser­er Laune beitragen.

Meine praktischen Tipps und Erfahrungen zu Tamoxifen

Anti­hor­mon­ther­a­pie mit Tamox­ifen oder Aro­matase­hem­mern kann ganz schön her­aus­fordernd sein. Jede zweite Frau bricht die Ther­a­pie ab. Doch bess­er ist es weiterzumachen.

Antihormontherapie – herzlich Willkommen ihr Hitzewellen 

Frisch geduscht, geschminkt und mit geföh­n­ten Haaren ste­he ich im Bad und dann Bämm: Schweißtropfen ver­sam­meln sich auf mein­er Stirn und um die Nase. Meine Arme glänzen wie frisch eingeölt. Her­zlich Willkom­men. Die erste von sieben Hitzewellen an diesem Tag ste­ht in den Startlöch­ern. Dazu kom­men dann noch die kleinen, kon­tinuier­lichen Hitzewellen in der Nacht. Aber damit komme ich klar. Tagsüber nervt mich das schon ziem­lich. Ins­beson­dere dann, wenn ich ger­ade mit allem fer­tig bin. Meine Haare sind von Natur aus sehr kraus, so dass ich sie in Form föhne. Naht dann die Hitzewelle, kommt die lästige Krause in ihrer vollen Pracht zum Vorschein. Und dafür habe ich eine vier­tel Stunde geföh­nt. Das sind jet­zt natür­lich Luxu­s­prob­leme, aber es nervt ein­fach. Und so extrem war es zu Anfang mein­er Anti­hor­mon­ther­a­pie mit Tamox­ifen nicht. Direkt meldet sich mein Unter­be­wusst­sein: Weit­er­ma­chen Kirsten, nicht aufhören, ein­fach weitermachen.

Das Gefühl mit der Antihormontherapie von Tamoxifen oder beispielsweise Anostrozol oder Letrozol aufzuhören ist völlig normal. Wichtig ist es, dies genau zu überdenken und damit weiterzumachen. 

Steif wie eine Oma – soll ich jetzt mit der Antihormontherapie aufhören oder weitermachen?

Im Lauf des Tages habe ich ein paar Ter­mine. Meine Laune ist mit­telmäßig, zumin­d­est habe ich ein paar Kom­pli­mente für mein schönes Out­fit bekom­men. Das macht mich glück­lich und tut gut. Doch beim Gehen unter­wegs merke ich zunehmend, wie sehr mir meine Muskeln und Knochen wehtun. Mit dem Resul­tat, dass ich die Trep­pen unter­wegs kaum noch lock­er flock­ig hochkomme. Ich füh­le mich steif wie eine Oma und komme mir auch so vor. Das stresst mich unge­mein und es schmerzt auch ganz schön. Nor­maler­weise kann ich so etwas gut aushal­ten und mich immer wieder auf den Boden der Tat­sachen zurück­holen. Dann geht es wieder. Doch heute geht es ein­fach nicht. Am lieb­sten würde ich jet­zt vor Schmerzen und Frust drau­flosheulen. Mache ich natür­lich nicht. Zuhause angekom­men brechen alle Dämme. Ich sitze in der Küche und heule drau­f­los. Die Anti­hor­mon­ther­a­pie raubt mir heute unendlich viel Energie und auch Kraft. Ich über­lege zumin­d­est mit dem Letro­zol aufzuhören und etwas anderes auszupro­bieren. Doch im Grunde würde ich am lieb­sten völ­lig mit der Anti­hor­mon­ther­a­pie aufhören. Meine Stim­mung ist am Nullpunkt angekommen.

Antihormontherapie: Aufhören oder weitermachen – bei mir hilft erst mal Reden und Informieren.

Weitermachen oder aufhören? Die Antihormontherapie stellt mich immer mal wieder vor diese Frage, auch noch nach vielen Jahren der Einnahme.

Weit­er­ma­chen oder aufhören? Die Anti­hor­mon­ther­a­pie stellt mich immer mal wieder vor diese Frage, auch noch nach vie­len Jahren der Einnahme.

Gelenkschmerzen und Hitze dank Antihormontherapie  machen mich heute fertig 

Ich schreibe meinem Mann, dass ich zu Hause sitze und vor Schmerzen weine. Er hat das vor zwei Jahren das erste Mal bei mir erlebt, als ich an bei­den Füßen einen Fersen­sporn hat­te. Das waren Schmerzen, extremer als nach der Krebs-OP. Er ver­sucht mich zu beruhi­gen. Näch­ste Anlauf­stelle ist meine Mut­ter, die selb­st vor 15 Jahren Brustkrebs hat­te und weiß, wovon ich spreche. „Für alles gibt es eine Lösung, Kind“, sagt sie zu mir. Und motiviert mich nicht aufzugeben. Den­noch muss ich sagen, dass mich die Hitze und die Gelenkschmerzen heute ein­fach fer­tig machen und mir meinen Ver­stand rauben. Meine ehe­ma­lige Zim­mer­nach­barin aus dem Kranken­haus nimmt eben­falls Aro­matase­hem­mer. Ich frage sie, wie sie damit klarkommt. Auch sie ken­nt diese mas­siv­en Gelenkschmerzen und sagt mir, dass es nach einem hal­ben bis einem Jahr bess­er wird. Sie emp­fiehlt mir doch noch etwas durchzuhalten.

Nor­maler­weise denke ich pos­i­tiv und kann mich immer wieder auf den Boden der Tat­sachen zurück­holen. Heute ist es mir aber ein­fach nicht so richtig gelungen,

Antihormontherapie — aufhören ist keine Lösung, weitermachen schon – aber wie?

Ich entschließe mich am späten Nach­mit­tag, meine Gynäkolo­gin hat schon geschlossen, beim Deutschen Kreb­s­forschungszen­trum anzu­rufen. Unter der Tele­fon­num­mer: 0800 — 420 30 40 gibt es dort kom­pe­tente, medi­zinis­che Hil­fe und prak­tis­che Tipps. Diesen ser­iösen Ser­vice nutzte ich immer wieder, wenn ich akute Fra­gen zu bes­timmten Din­gen rund um meinen Brustkrebs habe. Hier erfahre ich, dass es eine extra Arbeits­gruppe gibt, die sich nur mit dem The­ma Neben­wirkun­gen unter Anti­hor­mon­ther­a­pie beschäftigt. Es gibt also viele Frauen mit diesen Her­aus­forderun­gen. Dann bekomme ich eine Rei­he von Tipps, die ich in Betra­cht ziehen kann. Von der Akkupunk­tur, über Enzyme, Cor­ti­son bis hin zu speziellen Medika­menten oder einem Wech­sel der Aro­matase­hem­mer. Das Gespräch hat mir gut­ge­tan. Ich nehme mir vor, weit­erzu­machen. Aufgeben ist keine Lösung. Dazu habe ich mir fol­gen­des vorgenommen.

Blume mit Knick

Anti­hor­mon­ther­a­pie – aufhören oder weit­er­ma­chen? Auch wenn Du ab und zu einknickst wie diese Blume, geht es trotz­dem weiter.

 Mit Abstand auf die Therapie schauen, weitermachen und nicht aufhören 

Ich habe eine Nacht drüber geschlafen und heute sieht es schon wieder bess­er aus. Das Wet­ter ist zwar immer noch beschei­den: es reg­net aus Eimern und es ist gar nicht richtig hell. Das war es gestern auch nicht und es hat wohl auch zu mein­er miesen Stim­mung beige­tra­gen. Die Gelenkschmerzen sind zwar noch da. Wenn ich län­gere Zeit gesessen habe, bin ich immer zuerst recht steif. Das wird gle­ich auch der Fall sein, wenn ich diesen Beitrag fer­tig und online gestellt habe. Denn nun habe ich auch einige Zeit hier gesessen und mich kaum bewegt. Heute gab es ein ruhigeres Sport­pro­gramm, was mir auch mal gut­ge­tan hat. Ich denke noch über die Möglichkeit­en nach, die mir der Medi­zinier gestern am Kreb­stele­fon offeriert hat. Das macht mich zuversichtlich.

Ja- ich mache mit der Antihormontherapie weiter

Heute weiß ich, dass ich weit­er­ma­chen werde, auch wenn mich die Anti­hor­mon­ther­a­pie teil­weise ganz schon her­aus­fordert, mich auch ab und zu auch quält. Doch jet­zt kommt mein pos­i­tives Denken wieder durch. Es ist okay auch mal zu Jam­mern und zu Weinen. Das befre­it. Und dann heißt es sam­meln, Krönchen richt­en und weit­er­ma­chen. Denn es gibt für alles eine Lösung. So starte ich jet­zt erst ein­mal, neben meinem üblichen Sport­pro­gramm, mit Enzy­men. Meine Tipps zu Sport find­est Du hier.

Antihormontherapie

Anti­hor­mon­ther­a­pie mit Tamox­ifen oder Aro­matase­hem­mern- aufhören oder weit­er­ma­chen. Ich sage Krönchen richt­en und weitermachen.

Homöopathie statt Antihormontherapie und die Folgen…

Noch ein klein­er Nach­trag zu meinem Bericht. Eine mein­er lieb­sten Fre­undin­nen hat meinen Beitrag gele­sen. Ihr Mann hat eine Arzt­prax­is. Dort gab es vor kurzem eine junge Brustkrebs-Patien­ten, die noch keine 50 Jahre alt war. Sie hat sich gegen eine Anti­hor­mon­ther­a­pie entsch­ieden. Stattdessen hat sie auf die Homöopathie ver­traut. Nun ist bei ihr ein Rezidiv fest­gestellt wor­den. Lei­der kann sie nur noch pal­lia­tiv behan­delt wer­den. Das hat mich dann doch noch ein­mal mehr bestärkt, die Anti­hor­mon­ther­a­pie weit­erzu­machen und nicht aufzugeben. Deshalb kann ich nur noch ein­mal sagen: Ihr lieben Frauen und Lei­denss­chwest­ern — wir schaf­fen das, ganz bes­timmt.  Hui, da bah­nt sich ger­ade wieder eine Hitzewelle bei mir an. Egal, ist mir wirk­lich lieber als ein Rezidiv. Ich mache weit­er und stelle mich nun ans Bügel­brett und schwitze munter vor mich hin.

Hast Du Lust auf meine Brustkrebs-Beiträge zu mein­er Tamox­ifen Block­ade und meinen Erfahrun­gen zu Neben­wirkun­gen unter Tamox­ifen Ther­a­pie? Außer­dem find­est Du hier meinen Beitrag über den Onco­type Test.

Ich hoffe, dass ich Dir mit meinen Erlebnissen helfen konnte und auch Du bei der Antihormontherapie nicht aufhörst, sondern weitermachst. Denn es ist einfach der beste Schutz gegen neuen Krebs. Wunderbare Grüße von Kirsten von der Herzwiese. 

In diesem Sinne: Du schaffst das mit der Anti­hor­mon­ther­a­pie. Genau wie ich auch. Aufgeben ist keine Option.

   

 

 

 

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22 Kommentare

  1. 15. Juli 2021 / 09:01

    Hal­lo liebe Kirsten,
    danke für deinen Beitrag zu der Anti­hor­mon­ther­a­pie. Das kann ich sehr gut nachvollziehen!!
    Ich habe auch diese Beschw­er­den mit den Knochen und Muskeln und dem “neuen Schwitzen”. Das kan­nte ich son­st gar nicht.
    Seit April diesen Jahres bin ich mit Letro­zol dabei. Ausser­dem Vit­a­min D. Meine Op war im Nov. 20 und danach hat­te ich 28 Betrahlun­gen. Im April dann die Reha auf Föhr, die richtig klasse war. In der Sonnenklinik.
    Anson­sten gehts gut soweit! Und ich mache auch weiter!
    Ich finde deinen Blog super und lese gern was du schreibst.
    Her­zliche Grüße aus Pin­neberg bei Hamburg,
    Mari­ta & Lucky (mein Par­son Russel)

    • Kirsten
      Autor
      15. Juli 2021 / 09:32

      Liebe Mari­ta, vie­len lieben Dank für deine Zeilen. Es tröstet mich sehr, dass es Dir auch so geht wie mir. Ich bin an sich eine Kämpferin und wie gesagt stets pos­i­tiv denk­end. Aber an manchen Tagen haut es einen ein­fach aus den Schuhen. Wir machen weit­er und hal­ten durch. Denn ein Rezidiv wäre keine gute Option. Mir ging es nach mein­er Reha in Schei­degg auch deut­lich bess­er, ich denke da sehr gerne dran zurück. Und wie gut dass wir unsere Hundis haben. So bleiben wir in Bewe­gung und sie machen uns glück­lich. Ich freue mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt. Ich stecke da viel Liebe und Zeit rein. Auf ganz bald mal wieder, bleib guter Dinge und gesund. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  2. Öfsche
    16. Juli 2021 / 19:18

    Hal­lo Kirsten, habe das ganze Aro­matase­hem­mer Pro­gramm auch durch, musste diese gle­ich nach der OP nehmen, da mit 50 schon post­menopausal bzw. bei lob­ulärem Brustkrebs eh Letro­zol am effek­tivsten ist. Habe tapfer 1 Jahr lang alle Aro­matase­hem­mer pro­biert, zu den erwäh­n­ten Neben­wirkun­gen kamen bei mir noch krass­es Karpal­tun­nel­syn­drom und mas­siv­er Gewichtsver­lust dazu. Bin daher auf Indol 3 Carbinol umgestiegen (mein Rezidi­vrisiko ist allerd­ings auch bei lediglich 5 — 7%) das ist deut­lich milder und wirkt ähn­lich wie (Wirkung im Urin gemessen wer­den) . Doch mit Exemes­tan war zumin­d­est die Psy­che und Gelenkschmerzen viel bess­er. Lei­der schlug mir das später voll auf den Magen (alles andere wäre anson­sten ok gewe­sen) und war daher langfristig auch nix. Doch vielle­icht ist es was für dich, falls es mit den anderen nicht bess­er wer­den sollte (bei mir hat­ten lei­der auch Her­steller­wech­sel, Enzyme, Omega 3 etc. und krass viel Sport nicht geholfen 🙁

    • Kirsten
      Autor
      18. Juli 2021 / 15:39

      Liebe Öfsche,
      ganz her­zlichen Dank für deine Tipps. Das hil­ft mir auf jeden Fall schon ein­mal weit­er. Es klingt vielver­sprechend und ich werde das mit mein­er Frauenärztin besprechen. Und ich hoffe, dass der Umstieg auf ein anderes Medika­ment dann bess­er verträglich ist. Alles Gute für Dich und wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  3. Petra
    18. Juli 2021 / 20:24

    Liebe Kirsten,

    Ein ehrlich­er Artikel über Prob­leme ‚die sehr viele Frauen haben !
    Bitte gib die Hoff­nung nicht auf , dass alles irgend­wann bess­er wird !
    Ich wün­sche dir ganz viel Kraft und Zuversicht !
    Du schaffst das ! 

    Ganz liebe Grüße aus Antwer­pen von dein­er Fre­undin Petra

    • Kirsten
      Autor
      19. Juli 2021 / 08:00

      Liebe Petra,
      wie schön, dass Du meinen Beitrag gele­sen hast. Ja, an diesem Tag war es wirk­lich kaum zu ertra­gen. Aber durch tiefe Täler muss Frau immer mal wieder durch. Und dann geht es auch wieder aufwärts. Du kennst mich seit Kinderta­gen — so schnell gebe ich nicht auf. Ich bin sehr froh, dass Du schon so lange als wirk­lich gute Fre­undin an mein­er Seite bist. DANKE dafür von Herzen. Alles Liebe und wie immer wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  4. Katharina
    23. Juli 2021 / 09:24

    Liebe Kirsten
    Vie­len Dank für diesen so ehrlichen Beitrag — ich nehme seit kurzem zoladex und stelle dem­nächst auf aro­matase­hem­mer um — merke allerd­ings schon jet­zt ein irgend­wie komis­ches Gefühl was Muskeln und Gelenke ange­ht — irgend­wie ein unsicheres und nicht mehr so starkes Gefühl beim Gehen , obwohl ich sportlich bin . Aber vielle­icht ist manch­es auch Einbildung .
    Ich wusste nicht , dass es eine Stelle für Neben­wirkun­gen gibt / hier in Wien ist mir das nicht bekan­nt , dass es so etwas gibt . Man muss sich alles in monate­langer Recherche sel­ber zusam­men­su­chen . Kannst du die tele­fon­Num­mer bekan­nt­geben ?ich wün­sche allen betrof­fe­nen , dass die Zeit mit tamox­ifen und co halb­wegs erträglich vorübergeht !
    Lg aus Wien

    • Kirsten
      Autor
      25. Juli 2021 / 16:28

      Liebe Katha­ri­na, vie­len Dank für deinen net­ten Kom­men­tar. Hier ist die Num­mer des Deutschen Kreb­s­forschungszen­trums: 0800 — 420 30 40. Im Beitrag habe ich die Seite auch ver­linkt, wenn Du auf die rosa Schrift klickst. Da find­est Du auch die E‑Mail Adresse. Ich kann deine Bedenken gut ver­ste­hen, die hat­te ich auch. Und so ein Tag wie in meinem Beitrag ist äußerst sel­ten. In der Regel komme ich gut damit zurecht. Was allerd­ings unglaublich wichtig ist, ist die innere Ein­stel­lung. Also pos­i­tives Denken und etwas Ver­trauen in die Ther­a­pie. Du schaffst das, lass dich drauf ein. Es ist zwar nicht immer ein­fach. Aber an so manch­er Auf­gabe im Leben wächst man auch. Halte durch und bleib bitte dabei. Es ist ein wichtiger Baustein gegen den Krebs. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

      • Kirsten
        Autor
        23. August 2021 / 13:16

        Liebe Katha­ri­na, diese Frage wurde von ein­er Leserin an Dich gestellt. Du kannst sie gerne hier beant­worten. Ich leite sie gerne weit­er. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese. 

        Hal­lo Katharina,
        mich würde inter­essieren, wie lange du das Zoladex bekom­men hast und wie alt du bist? Ich bin 48 und bekomme Zoladex seit 10 Monat­en und befürchte, es wer­den zwei Jahre draus wer­den. Vorgestern bekam ich meine Spritze und merke es gle­ich wieder stim­mungsmäßig. Bin dann labil­er und schwitzen tu ich auch wieder mehr. Aber mor­gen geht es ab in den Urlaub, dann wird es bes­timmt wieder besser!
        Viele Grüße
        Daniela

        • Katharina
          31. August 2021 / 19:40

          Liebe Daniela, ich bekomme nä Woche die 3. Spritze und bin 46 — und es macht mir echt zu schaf­fen …schwitzen in der Nacht, psy­chis­che Insta­bil­ität uns die Gelenke — im Ver­gle­ich zu tamox­ifen , das ich zuvor 4 Monate genom­men habe , finde ich die Neben­wirkun­gen extremer . Lg katharina

          • Kirsten
            Autor
            1. September 2021 / 10:30

            Liebe Katha­ri­na, vie­len Dank, ich leite deine Antwort an Daniela weit­er. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

    • Daniela
      14. August 2021 / 14:58

      Hal­lo Katharina,
      mich würde inter­essieren, wie lange du das Zoladex bekom­men hast und wie alt du bist? Ich bin 48 und bekomme Zoladex seit 10 Monat­en und befürchte, es wer­den zwei Jahre draus wer­den. Vorgestern bekam ich meine Spritze und merke es gle­ich wieder stim­mungsmäßig. Bin dann labil­er und schwitzen tu ich auch wieder mehr. Aber mor­gen geht es ab in den Urlaub, dann wird es bes­timmt wieder besser!
      Viele Grüße
      Daniela

      • Kirsten
        Autor
        23. August 2021 / 13:18

        Liebe Daniela, vie­len Dank für deine Frage. Sobald sich Katha­ri­na hier meldet, lei­det ich dir die Antwort gerne weit­er. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

        • Kirsten
          Autor
          1. September 2021 / 10:32

          Liebe Daniela,
          hier kommt die gewün­schte Antwort von Katha­ri­na. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese. 

          Liebe Daniela, ich bekomme nächst Woche die 3. Spritze und bin 46 Jahre alt. Und es macht mir echt zu schaf­fen: Schwitzen in der Nacht, psy­chis­che Insta­bil­ität und die Gelenke. Im Ver­gle­ich zum Tamox­ifen, das ich zuvor 4 Monate genom­men habe, finde ich die Neben­wirkun­gen extremer. Liebe Grüße von Katharina

  5. Ruth
    24. Juli 2021 / 13:17

    Liebe Kirsten,
    auch ich bin Leidensschwester.
    2016 habe ich den Knubbel gespürt, bin ich bei mein­er Ärtzin gewe­sen und wurde erst beim 2. Anlauf zur Mam­mo geschickt. Da der Tumor auf dem Brust­bein saß, wurde hier der erste Fehler gemacht. Mam­mo nicht möglich zur Diag­nose Stel­lung. Weit­ere Unter­suchun­gen per Ultra­schall führten zu dem Ergeb­nis “Fibroade­nom”.
    Ich habe mich damit nicht zufrieden gegeben, es tat weh und ließ sich ver­schieben, das passt nicht zu der Beschrei­bung. Ich habe mir das “Fibroan­de­nom” dann raus­nehmen lassen.
    Warum bei mir keine Biop­sie gemacht wurde ist mir bis heute ein Rätsel.
    Die Diag­nose war ein Tumor, hormonabhängig.
    Nach ein­er 2. OP und Bestrahlung sollte ich die Tablet­ten nehmen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich ver­standen habe warum und bere­it war, auch diesen Schritt zu gehen.
    Ich habe im Moment eine totale Blokade. Seit 4 Jahren nehme ich Tamox­ifen und habe let­zten Don­ner­stag die Tablet­ten abge­set­zt. Ich habe Schmerzen in den Gelenken, 8 Kilo mehr auf der Waage, bin oft wie gelähmt und füh­le mich nicht wie 50. Die trau­ri­gen Episo­den wer­den immer länger.
    Vielle­icht brauch ich noch ein paar Tage, dann werde ich sie wohl weit­er nehmen.
    Jet­zt ger­ade geht es für mich hier nicht weiter.
    Ich bin sehr froh, Deine Zeilen gefun­den zu haben. Ich bin nicht alleine. Kro­ne richt­en und weit­er geht´s.
    Viele Grüße Ruth

    • Kirsten
      Autor
      25. Juli 2021 / 16:23

      Liebe Ruth, ich kann dich so gut ver­ste­hen. Und toll, dass Du behar­rlich geblieben bist bei deinem Gefühl und dazu beitra­gen kon­ntest, dass nichts schlim­meres passiert ist. Ich habe hier auf der Seite einen Beitrag zum The­ma “Tamox­ifen — Tipps und Erfahrun­gen”. Dort berichte ich von mein­er Tamox­ifen-Sperre. Vielle­icht hil­ft Dir der Beitrag auch weit­er. Ich hat­te immer höl­lis­chen Respekt vor den Aro­matasehm­mern. Und nun nehme ich das Anos­tro­zol fast einen Monat. Mit­tler­weile geht es mir bedeu­tend bess­er, aber wohl auch, weil es in meinem Kopf Klick gemacht hat. Ich habe vor dem Wech­sel von Tamox­ifen zu Anos­tro­zol eine Pause von sechs Wochen ohne Tablette einge­plant. Aber nach vier Wochen habe ich dann mit dem Anos­tro­zol begonnen und bin jet­zt auch froh darüber. Denk immer daran: Das ist bess­er als eine neue Kreb­s­di­ag­nose. Was auch noch unglaublich wichtig für deinen Kör­p­er und deine Seele ist, wäre Sport. Schau doch mal, was Dir Spaß macht. Es muss ja nicht total schweißtreibend sein. Aber es ist eine Wohltat für Kör­p­er und Geist. Viele Frauen schwören auf Yoga. Ich habe das auch mehrfach aus­pro­biert, aber für mich fest­gestellt, dass es nicht meins ist. Aber vielle­icht hil­ft es Dir? Gib die Hoff­nung nicht auf. Schau mal wie weit Du es schon geschafft hast. Darauf kannst Du sehr stolz sein. Auf hal­ber Strecke aufzuhören, macht Dich ganz bes­timmt nicht glück­lich. Also fro­hen Mutes weit­er­ma­chen. Denk immer daran, Du schaffst das und bis nicht allein damit. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  6. Lill
    12. August 2021 / 10:37

    Liebe Kirsten,
    ich bin per Zufall auf Dein­er Seite gelandet, da ich immer wieder schaue, ob es Neuigkeiten/ Stu­di­en zu Tamox­ifen gibt. Mit 38 Jahren habe ich die Diag­nose Brustkrebs erhal­ten. Meine Kinder waren 5 und 7 Jahre alt. Nach dem ersten Schock habe ich für mich entsch­ieden alles zu tun, um wieder gesund zu wer­den. Es fol­gte Chemo, Ent­fer­nung der Brust und Bestrahlung. Als die Ther­a­pi­en vor­bei waren, habe ich mir so sehr gewün­scht, dass mein Leben wieder “nor­mal” wird und ich wieder das Kör­perge­fühl von früher zurück­bekomme. Durch Tamox­ifen kam ich in die Wech­sel­jahre und litt wie viele unsere Mit­stre­i­t­erin­nen an extremen Hitze­wal­lun­gen, Gelenkschmerzen und Gewicht­szu­nahme. Ich war gen­ervt und oft unglück­lich. Trotz­dem habe ich nie ern­sthaft ans Abset­zen von Tamox­ifen gedacht, da ich es immer als Chance und Lebensver­sicherung gese­hen habe. Ich wollte und will leben — auch mit Ein­schränkun­gen. Nach zwei Jahren hat sich wieder ein fast regelmäßiger Zyk­lus eingestellt und sei­ther geht es mir deut­lich bess­er. Gegen die Gelenkschmerzen und trock­e­nen Schleimhäuten nehme ich Equino­va, was bei mir wun­der­bar wirkt. Lei­der ist der Preis für dieses Nahrungsergänzungsmit­tel sehr teuer und ich weiß, dass sich nicht alle diese Tablet­ten leis­ten kön­nen, was ich sehr ungerecht finde. Näch­sten Jahr habe ich 10 Jahre Tamox­ifen hin­ter mir und ich habe eher Angst das Medika­ment abzuset­zen. Im Dezem­ber bei der Kon­trol­lun­ter­suchung werde ich das ansprechen und vielle­icht macht es Sinn Tamox­ifen weit­erzunehmen. Mal schauen.
    Ich bin dankbar über­lebt zu haben, meine Kinder begleit­en zu kön­nen und mein Leben trotz Ein­schränkun­gen genießen zu kön­nen. Bleibt dran, es lohnt sich.
    Her­zliche Grüße

    • Kirsten
      Autor
      12. August 2021 / 18:03

      Liebe Lill, ich freue mich immer sehr, wenn ich mit meinen Tex­ten dazu beitra­gen kann, Mut zu machen und durchzuhal­ten. Dein Tipp mit Equino­vo hat mich inspiri­ert, ich werde es jet­zt mal wieder testen. Ich habe es vor vier Jahren schon mal pro­biert, da hat es wenig gneutzt. Aber jet­zt ist die Anti­hor­mon­ther­a­pie ja bei mir schon weit­er fort­geschrit­ten. Aktuell habe ich Woben­zym genom­men, hat aber nicht wirk­lich was gebracht. Aber ich weiß, dass Geduld auch ein­er der Erfol­gss­chlüs­sel zum Durch­hal­ten ist, so wie Sport und pos­i­tives Denken. Für mich ist es auch so, dass aufhören mit der Anti­hor­mon­ther­a­pie keine Option ist. Du bist schon sehr weit und toll, dass Du das alles so gut gemeis­tert hast. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  7. Brigitte
    20. August 2021 / 11:11

    Hal­lo liebe Kirsten, ist immer auf­bauend deine Berichte zu lesen, an das Aufhören von Tamox­ifen denke ich nicht, möchte nicht nochmals die Diag­nose Brustkrebs hören !!!!
    Im großen und ganzen ver­trage ich die Tablette gut, klar, kleine zip­per­lein gibt es…habe fest­gestellt dass tamox­ifen von zwei ver­schiede­nen fir­men gibt, bei 1 sorte hat­te ich furcht­bare Neben­wirkun­gen ( genau­so schlimm wie bei letrozol )
    Andere Fir­ma keine großen Prob­leme, denke die Zusatzstoffe spie­len da auch mit.
    Vielle­icht ist das bei anderen Tablet­ten genau so…1 ver­such wäre es ja wert !
    Liebe Grüße Brigitte

    • Kirsten
      Autor
      23. August 2021 / 13:20

      Liebe Brigitte, vie­len Dank für deine Zeilen. Ich habe auch immer Wert darauf gelegt, Tamox­ifen stets von ein­er Fir­ma zu nehmen. So han­dle ich es auch beim Anos­tro­zol. Apothek­er sehen das zwar teils anders, aber ich habe das schon öfter gehört, dass ein Wech­sel des Her­stellers teils zu uner­wün­scht­en Neben­wirkun­gen führen kann. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  8. Susanna Wies
    22. August 2021 / 13:40

    Liebe Kirsten!
    Meine ED war im Sep­tem­ber 2018 und nach bruster­hal­tende Oper­a­tion kam dann die Chemother­a­pie und anschließend 28 Bestrahlun­gen dazu. Auch habe ich dann im Juli 2019 mit Tamox­ifen ange­fan­gen. Jet­zt wurde bei mir ein Fak­tor-V-Lei­den-Muta­tion diag­nos­tiziert, was bedeutet, dass mein Throm­bose Risiko erhöht ist und ich sollte nun nach Rück­sprache mit mein­er Gynäkolo­gin sofort auf Exemes­tan umsteigen! Mir geht es aber wie Dir mit dem Tamox­ifen: Ich habe eine absolute Block­ade und nehme jet­zt seit ein­er Woche gar­nichts mehr! Natür­lich habe ich Angst erneut Krebs zu bekommen!
    Bish­er kon­nte mir nie­mand sagen, um wie viel Prozent sich das Risiko ver­min­dert, wenn ich Aro­mas­tase­hem­mer nehme. Es heißt immer nur, dass ich es nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich mit diesen Neben­wirkun­gen leben kann oder ob ich ein­fach auf zu viel Leben­squal­ität verzicht­en muss. Es gibt auch mit Aro­matase­hem­mer genü­gend Frauen, die ein Rezidiv bekom­men. Wie ist es denn jet­zt bei Dir?

    Liebe Grüße Sanna

    • Kirsten
      Autor
      1. September 2021 / 10:50

      Liebe San­na, ganz her­zlichen Dank für deine Schilderun­gen. Ich hat­te mir beim Wech­sel zu Anos­tro­zol nach vier Jahren Tamox­ifen eine 6‑wöchige Pause einge­plant. Vier Wochen habe ich durchge­hal­ten, dann habe ich mit dem Anos­tro­zol begonnen. Die Neben­wirkun­gen im Beipackzettel habe ich dieses Mal nicht gele­sen. Das war eine gute Maß­nahme, denn so mache ich mich weniger ver­rückt und liege inner­lich nicht auf der Lauer, wenn irgend­was kommt. Ehrlich gesagt habe ich mich men­tal bess­er gefühlt, als ich nach einem Monat mit der Anti­hor­mon­ther­a­pie weit­ergemacht habe. Denn kör­per­lich bess­er ging es mir in der vier­wöchi­gen Pause ohne AT nicht. Ich denke eine Prozentzahl zu sagen, wie sehr die Anti­hor­mon­ther­a­pie vor einem Rezidiv schützt, ist schwierig. Aber ich kann dir aus meinem Umfeld von aktuell zwei Fällen bericht­en, die auf eine Anti­hor­mon­ther­a­pie (AT) verzichtet haben und sich nun ein Rezidiv meldet. Es ist doch auch nur für ein paar Jahre, sage ich mir mit­tler­weile. Andere Men­schen müssen für den Rest ihres Lebens Medika­mente ein­nehmen, die starke Neben­wirkun­gen verur­sachen. Ich nehme Anos­tro­zol nun zwei Monate und dazu Equino­vo. Ist teuer, aber vielle­icht hil­ft es etwas. Ins­ge­samt habe ich bei mir nicht den Ein­druck, dass meine Neben­wirkun­gen “schlim­mer” sind als unter Tamox­ifen. Aktuell habe ich mit Gelenkprob­le­men und Steifheit nach langem Sitzen zu tun. Das gab es aber auch unter Tamox­ifen. Und meine Fre­undin­nen, die keinen Brustkrebs hat­ten, haben damit auch zu tun, also mit steifen Gelenken, wenn sie lange gesessen haben. Ver­suche Dich men­tal auf die AT einzu­lassen, es ist nach wie vor ein­er der Schutzschilder für ein Leben ohne Krebs. Ich drücke Dir die Dau­men, Du schaffst das. Gib nicht auf, lass dir etwas Zeit und dann fang ein­fach an. Es ist nicht so schlimm, wie man oft liest. Wun­der­bare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

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